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mit großem Bedauern sehe ich mich als Rentner gezwungen, mich erneut zur Thematik der Doppelverbeitragung meiner Direktversicherung zu Ã
mit großem Bedauern sehe ich mich als Rentner gezwungen, mich erneut zur Thematik der Doppelverbeitragung meiner Direktversicherung zu äußern. Seit dem Jahr 1987 habe ich vorausschauend und in gutem Glauben eine Direktversicherung abgeschlossen – im Vertrauen darauf, dass sich eigenverantwortliche Vorsorge im Alter lohnen würde.
Heute muss ich feststellen: Dieses Vertrauen wurde enttäuscht. Monatlich wird mir ein Betrag von 450 Euro belastet – darin enthalten ist sowohl meine Direktversicherung als auch ein Teil meiner hart erarbeiteten Betriebsrente, die ich mir in jahrzehntelanger Tätigkeit bei Mercedes-Benz erworben habe. Diese Belastung empfinde ich nicht nur als finanziell schwer tragbar, sondern auch als ungerecht und politisch nicht vertretbar.
Besonders enttäuschend ist für mich der Umgang der Politik – und hier insbesondere der SPD –, mit den Sorgen und Anliegen der Direktversicherungsgeschädigten. Während meines gesamten Arbeitslebens war ich ein aufrechter Sozialdemokrat. Ich habe an die Grundwerte der Solidarität und Gerechtigkeit geglaubt. Heute, als Rentner, fühle ich mich von genau dieser Partei im Stich gelassen.
Ich habe mehrfach versucht, mit Vertreterinnen und Vertretern der SPD in Kontakt zu treten – sowohl per Mail als auch im persönlichen Gespräch. Zwar werden meine Mails stets formal beantwortet, doch inhaltlich bleibt es bei allgemeinen Floskeln und unverbindlichen Versprechungen. Eine wirkliche Auseinandersetzung mit der Problematik findet nicht statt.
Ich schreibe dieses Schreiben nicht aus Verbitterung, sondern aus dem Wunsch heraus, gehört zu werden. Doch wenn dieser Wunsch weiterhin ignoriert wird, bleibt mir nur eine Konsequenz: Ich werde meine demokratische Stimme künftig dort einsetzen, wo ich das Gefühl habe, dass man unsere Sorgen ernst nimmt – auch wenn das bedeutet, mich politisch neu zu orientieren.
Mit enttäuschten, aber dennoch aufrichtigen Grüßen
Dieter Ziemann
