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„Ich kam, sah und siegte“ hat im Ländle nicht geklappt

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Text: Michael Rahnefeld, DVG        Bild: Istockphoto

 

„Ich kam, sah und siegte“ hat im Ländle nicht geklappt

 

Die Landtagswahl in Baden-Württemberg am 8. März 2026 war spannend wie ein Krimi. Sie aus Sicht von Doppelverbeitragungsopfern zu analysieren, ist nicht ganz einfach. Laut den TV-Analysen vom Wahlabend sind es vor allem Menschen über 70, die im Ländle CDU wählen, vermutlich auch dann, wenn ein Besenstil aufgestellt wird und wenn man eventuell von deren Politik betrogen wird. Trotzdem gelang es dem CDU-Youngster Manuel Hagel aus Ehingen nicht, sich nach dem Caesar-Zitat „ich kam, sah und siegte“ gegen den Konkurrenten Cem Özdemir von den Grünen durchzusetzen, der seine Partei in den Hintergrund geschoben hatte. Das Wahlvolk will offenbar bewährte Kontinuität, die bei Grün-Schwarz von dem Pragmatiker Winfried Kretschmann geprägt war und wohl von Cem Özdemir so fortgeführt wird. Er war eindeutig der beliebteste Kandidat im Rennen, und das in einem eigentlich konservativ geprägten Ländle. Dabei wurde auch Weltoffenheit demonstriert im Südwesten. Wer hätte gedacht, das dort ein Mann mit Migrationshintergrund Ministerpräsident werden könnte. Özdemir war übrigens auch zur DVG-Veranstaltung in Stuttgart geladen gewesen, ist natürlich dort nicht erschienen, auch kein Vertreter.

Viele CDU-Wähler sind offenbar – auch im Frust über die Bundespolitik – nach Rechtsaußen gewechselt. Merz war zumindest im Wahlkampf alles andere als hilfreich im Wahlkampf für Hagel. Und auch der CDU-Kanzler ignoriert bislang die Ungerechtigkeit der Doppelverbeitragung. Seine Partei hatte auch keinen Vertreter zur DVG-Veranstaltung entsandt. Und die Grünen spielen beim DVG-Thema ohnehin keine große Rolle, vielen DVG-Opfern ist längst klar, dass diese Partei so gut wie keine Ahnung von dieses Problematik hat und sich vermutlich auch nicht damit befassen kann oder will, wie jüngst einmal mehr bewiesen wurde.

Ganz bitter kam es – wie erwartet – hingegen für die SPD. „Bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg am 8. März 2026 verzeichnete die SPD laut vorläufigen Ergebnissen und Berichten einen massiven Stimmenverlust und stürzte auf ein historisches Tief von etwa 5 bis 5,5 Prozent. Dieser Einbruch betraf weite Teile der Wählerschaft, einschließlich der Rentner, die traditionell eine wichtige Wählergruppe für die SPD darstellen“, meinte schon die Frankfurter Rundschau am Wahlabend. Und die Analysen im TV bestätigten, dass Arbeiter und Rentner in Scharen der SPD davongelaufen sind. Aus Sicht von Doppelverbeitragungsopfern könnte man auch so analysieren: Das Wahlergebnis im Ländle ist auch die Antwort auf Ignoranz, fehlendes Gerechtigkeitsgefühl und falsche Einschätzung der Macht. Olaf Scholz hat diesen Niedergang schon vor der Bundestagswahl eingeläutet. Trotzdem wurde er wieder als Kanzlerkandidat aufgestellt, weil man nicht den Mumm hatte, diesen längst „verbrannten Kanzler“ auf die Bank zu schicken. Jetzt müssen halt auch die SPD-Landesverbände diese Suppe mit auslöffeln, die Glaubwürdigkeit der SPD ist weggeschmolzen, das Vertrauen futsch. Und jetzt schau mr mal, ob es in 14 Tagen vielleicht heißt: „Mainz, wie es sin(k)t und kracht.“

Besonders die SPD wird es bei DVG-Mitgliedern schwer haben, wieder Vertrauen zu gewinnen und Fuß zu fassen. Zu oft wurden die DVGler belogen, veräppelt und hingehalten. Da ist es wahrlich eine Genugtuung, wenn es bei Wahlen mal eine knallende Ohrfeige gibt.

Aber dass es im gesamten Rechtsstaatsgefüge immer wieder seltsame Abläufe und Begebenheiten gibt, das veranschaulicht die Tatsache, dass just einen Tag nach der Landtagswahl bekannt gegeben wird, dass gegen den jetzigen CDU-Fraktionschef Jens Spahn wegen seiner Maskenkäufe als Gesundheitsminister (im Wert von sechs Milliarden Euro) nicht ermittelt wird. Immerhin gab’s über 170 Anzeigen. Ein Schelm, wer angesichts des Zeitpunkts, dabei Böses denkt.

Für uns als DVG-Selbsthilfeorganisation geht das Leben und der Kampf weiter. Bei der Hauptversammlung am 18. April in Kassel werden dazu vermutlich neue Wege aufgezeigt.

Auf geht’s. Ärmel hochkrempeln und weitermachen.

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