Startseite › Foren › Öffentliches DVG-Forum › Bullshit und Hoffnung? › Antwort auf: Bullshit und Hoffnung?
nun schreibe ich diese Zeilen im sechsten Jahr, in dem ich Monat für Monat meinen sogenannten solidarischen Beitrag leiste – ein bitterer Hohn, wenn m
nun schreibe ich diese Zeilen im sechsten Jahr, in dem ich Monat für Monat meinen sogenannten solidarischen Beitrag leiste – ein bitterer Hohn, wenn man weiß, was dahinter steht. 500 Euro. Monat für Monat.
500 Euro, die aus meiner Direktversicherung stammen – jener Versicherung, die ich in den 1980er-Jahren in gutem Glauben abgeschlossen habe, um im Alter ein Stück Sicherheit, ein Stück Würde zu haben.
Ich habe damals vertraut. Vertraut auf die Politik, auf den Staat, auf das Wort derer, die uns versprachen: „Sorge vor, damit du im Alter gut leben kannst.“
Und ich habe gesorgt. Ich habe mein Weihnachtsgeld, mein Urlaubsgeld, sogar kleine Boni in meine Betriebsrente gesteckt – mit Stolz und dem Gefühl, Verantwortung für mich selbst zu übernehmen.
Heute weiß ich: Dieses Vertrauen war ein Fehler.
Was als Vorsorge gedacht war, ist zur Farce geworden. Die Hände, die ich einst zum Dank ausstrecken wollte, sind leer. Statt Anerkennung erhalte ich eine Rechnung – Monat für Monat, Jahr für Jahr.
Ich bin enttäuscht. Tief enttäuscht. Nicht nur über das Geld, das man mir nimmt – sondern über das, was mir genommen wurde: mein Vertrauen, mein Glaube an Gerechtigkeit, mein Gefühl, in einem Land zu leben, das seine Bürger respektiert.
Ich war jahrzehntelang ein aufrechter, überzeugter Sozialdemokrat. Ich glaubte an Solidarität, an Fairness, an das Miteinander.
Heute fühle ich mich verraten. Von jenen, die einst vorgaben, für Menschen wie mich einzutreten.
Ich habe gekämpft, gehofft, gewartet – doch meine Hoffnung ist verbraucht. Sie ist aufgezehrt von Versprechungen, die nie eingelöst wurden, und von einer Politik, die die Schwächeren im Stich lässt.
Ich sage es in aller Offenheit:
Ich habe das Vertrauen verloren.
Ich habe die Hoffnung aufgegeben.
Mit schweren, aber ehrlichen Grüßen
Dieter Ziemann
