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Die Rentner fehlen in der Rentenkommission

Bundeskanzler und Bindesarbeotsministerin mit den Vorsitzenden der Rentenkommission. 1

Quelle: Internetseite der Bundesregierung

von Reiner Korth     21.01.2026              Bild: Bundesregierung – Sandra Steins

ASK ist besetzt nur mit Politikern und verbeamteten Professoren

Die Rentenkommission, offiziell genannt die “Alterssicherungskommission” (ASK) der Bundesregierung, hat ihre Arbeit Anfang des Jahres aufgenommen. Die Bundesregierung hat am 07. Januar den Startschuß bekanntgegeben, die Bundesregierung hat jetzt die Mitglieder der Rentenkommssion vorgestellt. Und wieder einmal ist zu konstatieren: Politiker und Beamte bleiben unter sich, reden über unbeteiligte Dritte. Politiker und verbeamtete Professoren entscheiden über die Köpfe der zukünftigen Rentner hinweg. Der DVG beklagt, daß die eigentlich Betroffenen, die normalen Bürger und Arbeitnehmer nicht mit am Tisch sitzen dürfen. Sie sind bei der Lösungsfindung ausgesperrt.

Vertrauen in politisches Handeln auf dem Tiefpunkt

Wie die Statisken ausweisen, lag die durchschnittliche Beamtenpension im Jahr 2025 bei 3 250 Euro monatlich, die Durchschnittsrente jedoch nur bei 1 400 Euro. Da sitzen also gut bezahlte Pensionäre mit 72 % Pensionsanspruch zusammen und richten über die fleißigen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die unseren Laden am Laufen halten. Und sie liefern weiteren Nährstoff für die soziale Spaltung in unserem Land: längere Arbeitszeiten, weniger Rentenpunkte, die 48 % Marke steht zur Disposition, künstlche Reduzierung des monetären Wertes eines Rentenpunktes durch überhöhte Festsetzung des Durchschnittseinkommens, welches dann Grundlage der Rentenberechnung ist, etc. Arbeitnehmer und Rentner beobachten eine Entfrendumg des politischen Handelns Ihnen gegenüber. Ihr Vertrauen in eine gerechte Altersversorgung ist dahin. Warum bekommen Staatsdiener 72 % an Pension, Rentner aber im allergünstigsten Falle nur einen Höchtsatz von 48 %. Die gesetzliche Haltelinie in der Rente lag 1990 noch bei 55 %. Während also bei den Rentnern systematisch gekürzt wurde verblieb die Höhe der Beamtenpension weiter bei konstant knapp 72 % und das bereits nach 40 Dienstjahren. Der Rentner dagegen erhält den Höchstsatz erst nach 45 Arbeitsjahren.

Die Spaltung der Gesellschaft mit “Alt versus Jung” ist eine Gefahr

Im Vorfeld zum Start der Rentenkommission wurde erneut das Schlagwort “Boomergeneration” groß vorangestellt. Damit soll den jungen Leuten deutlich gemacht werden, die Finanzierung der Rentenkasse habe nur deshalb Probleme, weil zu wenig junge Arbeitnehmer für zuviele Rentner jetzt einzahlen müssen. Kein Wort darüber, daß die heutigen Rentner in ihren 45 Berufsjahren bereits mehrere hunderttausend Euro in die Rentenkasse eingezahlt haben. Und kein Wort über die versicherungsfremden Leistungen. Der soziale Frieden ist in Gefahr.

Die versicherungsfremden Leistungen sind das Hauptproblem

Auch die ASK scheut sich, den Politikern den Spiegel vorzuhalten und das eigentliche Problem der strapazierten Rentenkasse als absolut reformbedürftig anzupacken. “Versicherungsfremde Leistungen” sind Phasen ohne Beitragszahlung, die dennoch zu Rentenansprüchen führen, wie z. B. Arbeitslosigkeit, Krankheit, Mutterschutz, Erziehungszeiten, Fremdrenten, etc. Die Finanzierung dieser sozialen Zahlungen ist jedoch eine Aufgabe der Allgemeinheit. Sie muß aus der Staatskasse, also aus dem Steuertopf erfolgen. Der sogenannte “jährliche Zuschuss” des Staates (2025 waren das ca. 93 Mrd) ist also keine Subvention sondern eine nachträgliche “Beitragszahlung” des Staates für eben diese versicherungsfremden Leistungen. Und dieser Zuschuß ist bei weitem nicht kostendeckend. Laut Teufel-Tabelle betrug die Finanzlücke im Jahr 2024 ca. 46 Mrd Euro. Das heißt im Umkehrschluß: diese Unterdeckung in der Rentenkasse müssen die Arbeitnehmer mit ihren Rentenzahlungen zu einem Drittel allein mit subventionieren, weil der Staat zu wenig einzahlt. Wenn dagegen alle versicherungsfremden Leistungen ersatzlos gestrichen würden, könnte der monatliche Beitragssatz zur Rentenversicherung um volle 3 Prozentpunkte fallen. Optimistische Schätzungen nennen sogar eine Reduzierung von 4 Prozentpunkten auf dann 14,6 % Beitrag. Das wäre eine wirkliche Entlastung für die jungen Arbeitnehmer. Es ist an der Zeit, daß die Bundesregierung sich ehrlich macht und die Probleme der Rentenkasse offen diskutiert, und zwar mit den Betroffenen direkt. Ansonsten wird weiteres Vertrauen in bürgernahe Politik verspielt.

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