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Jetzt gilt es, Salz in die Wunden zu streuen

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Text: Michael Rahnefeld DVG                           Bild: pixabay-patrick sommer

Jetzt gilt es, Salz in die Wunden zu streuen

Das Wahlergebnis in Rheinland-Pfalz, der zweiten Landtagswahl in diesem Jahr, ist ausgegangen wie erwartet. Auch dort gab es die erahnte Klatsche für die Sozis, die Schwarzen brauchen sich auch nicht zu rühmen, die FDP dürfte endgültig weg vom Fenster sein, die Grünen mussten Federn lassen, einzig bei den Blauen gab es Anlass zum Jubel, sie fangen alles ein, was ihnen systematisch von den Regierungsparteien in Berlin direkt in die Arme getrieben wird. Norbert Böttcher, der in Südhessen lebt, aus dem Ruhrgebiet stammt und seit Jahren in Sachen Rente öffentlich aufklärt und der Politik auf die Füße tritt, hat es wieder prägnant in einem Brief an ausgewählte Politiker zusammengefasst, der folgend als Auszug angehängt ist. Er schreibt unter anderem:

„Die SPD hat nun schon zum zweiten Mal eine derbe Niederlage hinnehmen müssen. Warum wohl? Gesagt habe ich es schon vielfach, auf Marktplätzen und wo immer sich die Gelegenheit ergeben hat. Als Kind des Ruhrgebietes bin ich in einer SPD-Hochburg aufgewachsen. Die SPD war immer ein Vorbild für mich, allerdings nur bis zu dem Zeitpunkt als führende Sozialdemokraten abtraten und nur noch Karrieregeilheit in der SPD Einzug hielt. 

Aber was soll‘s, Ihr SPD-Leute habt bis heute noch nicht den Knall gehört, der euch warnen sollte. 

Als ich in die Rente wechselte, musste ich feststellen, wie sich die SPD vom Arbeiter entfernte. Für aus eigenem Geld angesparte Altersvorsorge wurde ich verpflichtet, meine eigene Vorsorge noch ein zweites Mal zu verbeitragen. Die Ansparsumme gab es nur bei der Verpflichtung, auf ein 120tel (10 Jahre) dieser Summe Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge zu zahlen. Ein Fünftel des eigenen Geldes war verloren. Merkel und Scholz wollten diese Abzocke reduzieren, aber mehr als einen kleinen Freibetrag ab 2019 gab es nicht. Ein Tropfen auf den heißen Stein. Olaf Scholz – der Lügenbaron der SPD – versprach mehrfach hier für Entlastung zu sorgen. Doch leider vergaß er seine Zusagen, sobald er sich umgedreht hatte. 

Viele der Betroffenen (organisiert im Verein DVG e.V.) hoffen noch heute auf die Zusagen, die ich schon längst abgehakt habe. Doch eins habe ich nicht vergessen, dass es die SPD war, die mir meine Ersparnisse fürs Alter derart gekürzt hatte. Nur mit zunehmender Rente der Boomer Generation merken es alle die, die es bis dato noch nicht wussten. Es wurde nie in der Presse kommuniziert und die meisten werden nun kalt erwischt. Viele Großbetriebe haben diese Art der Altersvorsorge ihren Mitarbeitern angeboten, doch die doppelte Verbeitragung war nie Gegenstand der Diskussion. Jetzt wollen sie in der Regierung die Sozialkassen reformieren. Ich bin gespannt, was dabei herauskommt“

Soweit der Auszug aus dem Brief von Norbert Böttcher. In der Tat geht jetzt im Berliner Willy-Brandt-Haus die Angst um. Die Genossen werden eingeholt von ihrer Arroganz und Ignoranz den Menschen gegenüber, von deren Sorgen und Nöten sie bislang nichts wissen wollten. Offenbar ist es in der SPD wie bei Kindern: Erst muss es richtig schmerzen, bevor man dazulernt. Und wenn erst in den Ost-Bundesländern gewählt wird, dann werden vermutlich auch andere in der Berliner Regierungskoalition diese bittere Erfahrung machen müssen. 

Momentan sortieren sich in Berlin alle, vor allem bei der SPD leckt man Wunden. Diese Situation sollte wir DVGler nutzen und Salz in diese Wunden streuen. Während jetzt neue Strategien in den Parteizentralen ausbaldowert werden, liegt es an uns, den Abgeordneten draußen im Land einzuheizen und deutlich zu machen, warum man bei der arbeitenden Bevölkerung und bei Rentnern keinerlei Vertrauen mehr genießt und jegliche Glaubwürdigkeit geschwunden ist. Jedes unserer Mitglieder sollte sich jetzt hinsetzen und seinem (SPD)-Abgeordneten in seinem Wahlkreis eine kurze E-Mail mit dem Verweis auf die Wahlergebnisse in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz schreiben und fragen, was er glaubt, warum es so gekommen ist. Vielleicht erreicht man damit das eine oder andere vernagelte Gehirn und stößt die sogenannten „Volksvertreter“ vom hohen Ross. Einige von euch haben das ja schon getan. Gut so! Vielleicht kann auch der DVG-Vorstand eine derartige Frage an Lars Klingbeil und Bärbel Bas versenden, damit der Druckschmerz noch etwas intensiver wird. Solche E-Mails dürfen gerne auch an Vertreter anderer Parteien gehen. Und wenn jetzt plötzlich von der Koalition eine Nachfolge-Form der Riester-Rente aus dem Hut gezaubert wird, dann stellt sich als erstes die Frage: In welcher Form werden dann die Versicherten bei der Auszahlung wieder abgezockt?

Also los, macht Druck, es geht um eure Ersparnisse!

Liebe Grüße

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