Medien berichten unzureichend über das Thema Doppelverbeitragung – die negativen Auswirkungen werden zu selten benannt

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Mit großer Vorfreude sind zwei Veröffentlichungen in den Medien zum Thema Stopp der Doppelverbeitragung vom DVG – Verein der Direktversicherungsgeschädigten erwartet worden. Allerdings kamen beide Berichte dann ganz anders daher als erwartet.

Zum einen hat die ARD am 29. März 2023 in der Sendung PlusMinus einen Bericht über Renten in Deutschland ausgestrahlt. Als Beispiel kam auch DVG-Kollege Roger Sattler aus Reichelsheim in Hessen zu Wort. Tenor der Geschichte war aber nicht die zusätzliche Belastung der Renten durch die Doppelverbeitragung, sondern die Auswirkungen der hohen Inflation und die dabei nicht ausreichende jährliche Rentenanpassung für die Rentnerinnen und Rentner.

Dabei wurde auch noch – was ja sonst nie vorkommt – die Gesetzliche Rentenversicherung und das System der Pensionen zusammengeworfen: Rentner erhalten im Schnitt rund 1.300 € Renten pro Monat, Pensionäre im Schnitt rund 3.100 € – das hieße im Verhältnis von der Menge der Rentenbezieher zu den Pensionären, dass jeder Senior im Rentenalter im Schnitt Altersbezüge von rund 1.800 Euro bekommen müsste. Das sei doch gar nicht schlecht, so der Autor des Berichts. Diese Rechnung hat er aber tatsächlich exklusiv.

Der Oberhammer kam aber noch – auch an unserem Protagonisten Roger Sattler gerichtet. Wer zusätzlich eine Betriebsrente abgeschlossen hat, der bezieht im Monat deutlich mehr an Altersbezügen als der einfache Rentner, was der Autor rundweg begrüßte. Offenbar waren hier im Hintergrund die Lobbyvertreter der Versicherungswirtschaft für Betriebsrenten am Werk. Unbenannt wurden aber die Nachteile dieser Versicherungsmöglichkeit. Und nicht genannt wurde dabei auch die zusätzliche Belastung der Rentner durch die Doppelverbeitragung der Krankenkassenbeiträge und Pflegeversicherungsbeiträge auf diese Policen. Da wurde wieder einmal – obwohl im Öffentlich-Rechtlichen Fernsehen – wohl nicht umfassend, zu kurz und sehr einseitig recherchiert.

 

DVG bzw. Betriebsrentenbezieher sind der Lösung ein Stück näher

Weitaus euphorischer hat jüngst Sozialrechtsanwalt Peter Klöppel auf seiner Online-Plattform rentenbescheid24.de über unser Thema berichtet.

Er titelte: „Kanzler Scholz versprich Ende der Doppelverbeitragung der Betriebsrente.“ Dabei zitiert Klöppel aus Berichten unserer DVG-Homepage und nennt auch dazu die Rechenbeispiele. „Sehr schön, dass eine Renten-Plattform sich unseres Themas annimmt und sich in unserem Namen für eine Lösung des Problems einsetzt. Allerdings hätte Klöppel dann auch so fair sein sollen und den DVG als Quelle zu nennen“, sagt Reiner Korth, Bundesvorsitzender des DVG e.V.

Diesen Fauxpas kann man einer privatgeführten Internet-Plattform vielleicht noch durchgehen lassen. Vom obigen, recht einseitigen PlusMinus-Bericht im Öffentlich-Rechtlichen Fernsehen müsse man aber in vollen Umfang enttäuscht sein.

Text und Foto: Thomas Kießling

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