Altersvorsorge mit ETF anstelle von Direktversicherungen

HR3

von Reiner Korth 06.06.2024

Die Finanzsituation der staatlichen Rente ist derzeit massiv in die Diskussion geraten. Ist die staatliche Rente noch sicher? Immer weniger Arbeitnehmer müssen für immer mehr Rentner einzahlen. Die Rentenkasse wird nicht völlig pleite gehen. Aber es steht die Befürchtung im Raum, das Rentenniveau wird weiter abgesenkt und die Abgaben auf die Rente werden steigen. Die Folge: weniger Netto von der Brutto Rente auf dem Konto. Also machen sich gerade jetzt viele, auch und insbesondere junge Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ihre Gedanken, wie sie zusätzlich versorgen können, ja vorsorgen müssen, um ihren Lebensstandard im Alter einigermaßen absichern zu können.

Was sind geeignete Modelle für die zusätzliche Altersvorsorge?

Diese Frage hat die Sendung “Hallo Hessen” am 05.06.2024 auf HR3 beleuchtet. Als vorrangig geeignete Modelle empfohlen wurden vom Wirtschaftsjournalisten Hermann-Josef Tenhangen (finanztip) als erstes ein Tagesgeldkonto, welches kontinuierlich bespart wird. Als zweite Wahl dann die langfristige (15 Jahre und länger) Investition in einen ETF Sparplan und als Drittes ein Festgeldkonto.

Der Abschluß einer Direktversicherung oder das Ansparen auf eine Betriebsrente wurden in dieser Sendung nicht empfohlen. Und das hat seinen Grund: auf die Auszahlung einer Betriebsrente oder einer Direktversicherung werden später ca. 20 Prozent an Krankenkassenabgaben fällig, zusätzlich der persönliche Steuersatz.

Diese hohen statatlichen Abgaben führen dazu, daß in den allermeisten Fällen die abgeschlossene Direktversicherung trotz staatlicher Förderung zu einem Verlustgeschäft für den Sparer wird. Den Grund dafür hat diese Sendung auch gleich mitgeliefert:

Doppelverbeitragung führt zu hohen Verlusten bei Direktversicherungen

Die Bundesregierung hat mit dem Gesundheitsmodernisierungsgesetz 2004 die Doppelverbeitragung bei Direktversicherungen und Betriebsrenten eingeführt . Jetzt, nach 20-jähriger Ansparzeit und Auszahlung der Versicherungen oder Betriebsrenten wird immer deutlicher: diese Art des Vorsorgesparens für das Alter wird zu einem enormen Verlustgeschäft. Der Verein der Direktversicherungsgeschädigten, DVG eV weist schon seit Jahren auf die hohen Risiken hin. Es gibt keinen Bestandsschutz für Altverträge und vor allem: die monatlichen Abgaben auf die Auszahlung der Versicherung oder der Rente in Form von Steuern und Krankenkassenbeiträgen sind überproportional hoch und führen zu einem Verlustgeschäft für den Altersvorsorgesparer.

Besser Finanz-Sparpläne nutzen

Die Konsequenz ist also eindeutig: wer für das Alter Vorsorge treffen will, sollte besser Finanzsparpläne nutzen, die mit ihrer Rendite mindestens die jährliche Inflation ausgleichen. Dann ist man auf jeden Fall auf der sicheren Seite. Wer längerfristig für seine Altersvorsorge anlegen möchte, für den hat Wirtschaftsjournalist Tenhagen auch die Empfehlung parat: “in ETFs investieren”. Bei einer Laufzeit von 15 Jahren und länger sei eine Rendite von 8 bis 10 Prozent durchaus drin, wenn es etwas schlechter läuft auch noch immer 3 bis 6 Prozent.

Beide Sparformen haben auf jeden Fall den ganz großen Vorteil: man muß auf die ausgezahlte Summe keine 20 Prozent Krankenkassenbeiträge zahlen. Eine solch hohe persönliche Abgabe ist durch keine Rendite dieser Welt wieder aufzufangen.

Den vollständigen Beitrag sehen Sie in der ARD Mediathek ab Minute 32:00.

https://www.ardmediathek.de/video/NmQwNjc1ZjctYjE4OC00NzM1LTlkMDAtNzRhYWYwMDYxZDY5